WHO-Studie zum Kaffee und dessen Auswirkung auf unseren Körper

Kaffee kann die Gesundheit positiv beeinflussen, laut WHO-Studie zu Kaffee

Auf der ganzen Welt trinken jeden Tag Hunderte Millionen Menschen Kaffee. Allein in Deutschland beläuft sich der Kaffeekonsum pro Person und Tag auf durchschnittlich einen halben Liter. Wurde Kaffee früher in Europa in erster Linie als Medizin eingesetzt, gab es auch Zeiten, in denen das beliebte Getränk als gesundheitsschädlich verschmäht wurde. Eine Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC, die der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angegliedert ist, zeigt nun: Kaffee hat durchaus positive Effekte auf die Gesundheit.

1991 hatte die IARC Kaffee als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Nach einer Sichtung der Ergebnisse von mehr als 1.000 Studien, die mit Tieren und Menschen durchgeführt wurden, gibt die Arbeitsgruppe nun Entwarnung:  Die Studien liefern keine Hinweise darauf, dass der Genuss von Kaffee Tumore von Brust, Prostata oder Bauchspeicheldrüse verursacht. Im Gegenteil: Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Kaffeekonsum vor einigen Krebsarten, nämlich Leber- und Gebärmutterkrebs, schützen kann. 

Nicht zu heiß!

Allerdings warnt die IARC vor dem Genuss von Getränken, die wärmer als 65 Grad Celsius sind. Dieser erhöhe nach Einschätzung der Arbeitsgruppe das Risiko für Speiseröhrenkrebs: Die heiße Flüssigkeit könne zu Verletzungen der Speiseröhre führen, was wiederum die Entstehung von Krebs fördere, so die Annahme. Entsprechend stuft die Organisation sehr heiße Getränke als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ ein. 

Die Ergebnisse der Risikoeinschätzung der IARC zu Kaffee, Mate-Tee und sehr heißen Getränken gibt es hier im Überblick:

Studie als PDF

 

Kaffee - Besser als sein Ruf

Und auch an anderer Stelle wird Entwarnung gegeben. So gilt inzwischen als belegt, dass Kaffee das Risiko senkt, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Die zeigt eine im Jahr 2014 veröffentlichte Studie von US-Forschern, die dazu über einen Zeitraum von vier Jahren Daten von mehr als 1.200 Menschen ausgewertet hatten. 

Auch der Annahme, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, erteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.  eine Absage: So sei zwar Kaffee wegen seiner anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf nicht als Durstlöscher geeignet, er könne aber, allein durch die mit dem Kaffee zugeführte Wassermenge, zur Flüssigkeitsbilanz hinzugerechnet werden. Entsprechend stuft der DGE bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag als „in Ordnung“  ein. 

 Kaffeegenießer können also aufatmen, denn aktuelle Studien zeigen: Ihr Lieblingsgetränk ist durchaus besser als sein Ruf.