Die Kaffeepflanze Coffea im Portrait

Die Kaffeepflanze „Coffea“

Was ist Kaffee eigentlich für eine Pflanze?

Die Kaffeepflanze (botanischer Namen Coffea) gehört zur Pflanzenfamilie der Rubiaceae (Rötegewächse) und zählt zahlreiche Unterarten. Zwei davon sind die bekanntesten Vertreter ihrer Gattung und gleichermaßen die begehrtesten ihrer Art, Coffea Arabica, aus welcher die klassische Arabica-Bohne gewonnen wird, und Coffea Canephora, aus der die sogenannte Robusta-Bohne gewonnen wird. Nichtsdestotrotz werden insgesamt neun Coffea-Arten in Ländern dieser Welt kultiviert und für das Kaffeegetränk verwendet. In Deutschland und vielen anderen Ländern findet man allerdings ausschließlich die beiden prominentesten Vertreter Robusta und Arabica. 

Wo liegt der Ursprung der Kaffeepflanze und wo ist sie heute verbreitet?

Ihren Ursprung haben die meisten Arten der Gattung Coffea in den tropischen und subtropischen Regionen von Afrika, Madagaskar und der Maskarenen. Da sie sich in höheren Regionen am wohlsten fühlt, hat sie ihre eigentliche Heimat in den Hochlandregionen von Äthiopien und des Sudans. Diese stellen auch die ältesten bekannten Ursprungsgebiete dar. Ihre Verbreitung als Kaffeegetränk fand dann allerdings durch die Araber und Osmanen im 17. Jahrhundert statt – so fand  der Kaffee den Weg nach Europa. Von da an wurde die Kaffeepflanze in alle Teile der Welt getragen, wo sie anbaut wurde und bis heute noch wird. Die Anbaugebiete sind rund um den Äquatorgürtel der Erde verteilt – die bekanntesten finden sich in Lateinamerika, Afrika und Asien. Allerdings gibt es auch Kaffees aus Australien oder weiter nördlich gelegenen Regionen, jedoch diese eher selten auf dem Market zu finden.

In unserem Verzeichnis der Anbaugebiete sind weitere Informationen zu den einzelnen Sorten sowie deren Eigenschaften aufgeführt.

Geschichte und Verbreitung des Kaffees

Entdeckt wurde Kaffee bereits Ende des 16. Jahrhunderts von europäischen Reisenden, die das Getränk erstmals aus dem Orient nach Europa brachten. Wenig später wurde die Pflanze dann auch von Botanikern detailliert beschrieben. Zu dieser Zeit begann der Siegeszug des Kaffees im Abendland, wo das Heißgetränk Anfang des 17. Jahrhunderts die ersten Anhänger in seinen Bann zog und immer mehr Menschen begeisterte. Die ersten Kaffeehäuser eröffneten dann Mitte des 17. Jahrhunderts, und das Getränk wurde immer häufiger konsumiert.

Wie wächst die Kaffeepflanze und wie sieht sie aus?

Die Kaffeepflanze könnte man als ein strauchartiges Gewächs bezeichnen, weil im Aussehen einem typischen Strauch ähnelt. Sie hat einen oder mehrere Stämme, aus denen zahlreiche Verästelungen wachsen. Lässt man die Pflanze natürlich wachsen, erreicht sie, je nach Art, problemlos eine Höhe von acht bis zehn Metern. Für den Anbau wird die Pflanze allerdings ab einer Höhe von zweieinhalb Metern beschnitten, denn die Kirschen müssen für die Ernte noch erreichbar sein. Und man kann sich vorstellen, dass die Ernte von Hand ab einer Höhe von drei Metern eher aufwendig bis kaum möglich wird. Natürlich gibt es Möglichkeiten der maschinellen Ernte, sodass die Wachstumshöhe kaum eine Rolle spielen sollte, jedoch hätte dieses enorme Auswirkungen auf die Qualität des Kaffees.

Ist das Kaffeegewächs reif, bildet die Pflanze zuerst ihre sehr ansehnlichen weißen, buschigen Blüten und anschließend die Kirschen aus. Wie oft und in welchen Abständen die Kaffeepflanze blüht und Früchte trägt, hängt jedoch von der Anbauhöhe ab. In niedrigeren Anbauhöhen treibt die Pflanze häufiger Blüten und Früchte aus als in höheren Anbaugebieten. Auch kommt es vor, dass die Pflanze Früchte und Blüten zeitgleich ausbildet. Damit ist eine mehrmalige Ernte im Jahr möglich. 

Der Standort, also die Lage der Pflanze, richtet sich allerdings nach der Sorte. So ist die Arabica etwas anspruchsvoller und reagiert sensibler auf äußere Bedingungen als die Canephora. 

Wie und wo wird die Kaffeepflanze angebaut?

Die Kaffeepflanze „Coffea“ kann als Prinzessin auf der Erbse unter der Pflanzen dieser Welt betrachtet werden. Das Anbaugebiet darf nicht zu hoch und nicht zu niedrig sein, der Boden muss eine optimale Beschaffenheit haben, die Pflanze darf nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Wasser abbekommen und natürlich muss auch die Sonneneinstrahlung optimal ausgewogen sein. 

Das stellt die Kaffeebauern rund um den Globus vor große Herausforderungen, damit sie sich die Pflanze bestens entfalten und die Bohnen dadurch einen optimalen Geschmack mit den zahlreichen Ausprägungen des Geschmacksprofils entwickelt. Standort, Anbauhöhe und Bodenbeschaffenheit sind Faktoren, die am Ende den Geschmack des Kaffees beeinflussen. Deshalb variieren die Sorten  dieser Welt auch immens in ihrem Säure- oder Koffeingehalt und entwickeln die unterschiedlichsten Geschmacksprofile von nussig über schokoladig bis hin zu fruchtig oder würzig. Kaffees weisen so große Unterschiede in ihren geschmacklichen Ausprägungen auf, da die Anbaubedingungen in den unterschiedlichen Gebieten niemals die gleichen sein können. 

Den Anbau der Pflanze mit ihren einzelnen Phasen beschreiben wir auf der nächsten Seite einmal im Detail.

Die Kaffeekirsche: Warum Kirsche, wenn doch die Bohne entscheidend ist?

Das Aussehen der Kaffeekirsche ähnelt im reifen Zustand ein wenig den Cranberries, die Eigenschaften sind allerdings gänzlich andere. Auch sind Kaffeekirschen nicht zum klassischen Verzehr geeignet. Zudem ummanteln diese „nur“ die für uns wertvolle Frucht, nämlich der Kaffeebohne, aus der am Ende auch das Kaffeegetränk zubereitet wird. Allerdings findet in der letzten Zeit auch immer häufiger die Kirsche ihren Weg in die Tassen der Genießer dieser Welt. So gibt es mittlerweile den Kaffeekirschentee zu kaufen, der mit seinem fruchtigen Geschmack viele Gourmets begeistert. Er ist ein echter Kickstarter für den Morgen, da dieser Tee einen kaffeeähnlichen Koffeingehalt aufweist und somit als Tee ein wahrer Muntermacher ist.

Für die Ernte gilt jedoch: Es werden ausschließlich die reifen Kaffeekirschen verwendet. 

Eine Beschreibung, wie die Kirsche aussieht und wann der richtige Zeitpunkt zur Ernte ist, haben wir im folgenden Artikel beschrieben.

Welche soll’s sein: Arabica oder Robusta?

Hierzulande werden für Kaffees ausschließlich die beiden Sorten Arabica und Robusta verwendet. Nicht selten werden sie miteinander gemischt, um die Eigenschaften beider Sorten in die Mischungen einfließen zu lassen. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Sorten und welche wofür verwendet wird, beschreiben wir in folgendem Artikel detailliert.