Arabica und Robusta, zwei Schwestern stellen sich vor

Arabica und Robusta – die bedeutendsten Sorten der Kaffeepflanze

Auf den Verpackungen steht bei den meisten Kaffeemischungen ausschließlich Arabica und Robusta. Wer aber glaubt, dass es nur diese beiden Sorten gibt, der irrt. Rund um den Globus gibt es weit über 120 verschiedene Gattungen der Pflanze Coffea, jedoch werden die beiden Sorten Coffee Arabica und Coffea Canephora weltweit am häufigsten angebaut. Und dabei machen Arabica ca. 70 Prozent und Robusta etwa 30 Prozent des gesamten Kaffeeanbaus auf der Welt aus. Nebenbei bemerkt, es gibt noch durchaus mehr Kaffeesorten, die angebaut und vertrieben werden. Allerdings machen diese Sorten einen so verschwindend geringen Anteil auf dem Weltmarkt aus, dass diese durchaus als Exoten bezeichnet werden können. In Deutschland zumindest konzentriert man sich hauptsächlich auf die beiden Sorten Arabica und Robusta. Nicht zuletzt, da sich diese beiden in Geschmack und Eigenschaften gut ergänzen.

  • Angebaut wird weltweit dreimal mehr Arabica als Robusta.
  • Rund um den Globus sind mehr als 120 Sorten bekannt.
  • Ca. zehn weitere Sorten werden weltweit für das Kaffeegetränk verwendet.
  • In Deutschland finden fast ausschließlich die beiden Bohnen im Handel Beachtung.

Was sind die Unterschiede zwischen Arabica und Robusta?

Aber was genau ist jetzt der Unterschied zwischen den beiden Sorten und welche Eigenschaften bringen sie mit? Beide Bohnen findet man in zahlreichen Kaffee- oder Espressomischungen, sodass für einen Laien auf den ersten Blick nicht genau zu sehen ist, warum diese beiden Sorten überhaupt gemischt werden. Der Schlüssel liegt hierbei in unterschiedlichen Eigenschaften, die sich in Geschmack und Wirkung am deutlichsten zeigen.

So weist die Sorte Robusta einen deutlich höheren Koffeingehalt auf als Arabica. Von Variation zu Variation kann in einer Robustabohne beinahe doppelt so viel Koffein enthalten sein. Dem ist geschuldet, dass in Kaffeesorten die eher als Wach- oder Muntermacher getrunken werden, meist ein Mischungsanteil von mindestens 30 Prozent Robusta enthalten ist. Diese Sorte schmeckt im Allgemeinen auch etwas kräftiger und lässt den Kaffee daher etwas bitterer wirken. Auch wirkt Kaffee aus Robustabohnen eher harntreibend und kann bei Kaffeegenießern mit einem etwas empfindlicheren Magen zu Unwohlsein oder Magenverstimmungen führen. Dies ist dem höheren Anteil an Chlorogensäure geschuldet. Diese wird bei einem schonenden Röstverfahren zwar etwas reduziert, jedoch weisen Robustabohnen trotzdem einen weitaus höheren Säuregehalt auf. Trotz allem gibt es für Hartgesottene auch hundertprozentige Robustakaffees, die aber im Allgemeinen relativ streng schmecken.

Arabicabohnen werden im Allgemeinen als geschmacksintensiver verstanden, da diese mehr Aromen ausbilden. Auch ist bei dieser Sorte der Säuregehalt niedriger, sodass diese als etwas magenschonender wahrgenommen wird und somit der Kaffeegenuss nicht negativ beeinflusst wird. Eine Faustformel für das optimale Mischungsverhältnis gibt es aber nicht. Schließlich hat jeder Genießer seine eigenen Vorlieben.

Und die Unterschiede der Kaffeepflanzen?

Wie der Name schon vermuten lässt, ist die „Coffea Canephora“-Pflanze schlicht robuster und verzeiht auch einmal etwas schlechtere Bedingungen als Arabica. Allerdings werden diese beiden Sorten auch in recht unterschiedlichen Gebieten angebaut. Robusta mag es nicht ganz so hoch und wird daher auf Höhen zwischen 200 und 300 Metern angebaut. Die Pflanze verträgt dabei temporär Temperaturen bis zu 36 Grad Celsius. Solche Bedingungen wären für Arabica kaum umzusetzen, denn sie mag es mit 15 bis 25 Grad Celsius doch etwas kühler und würde solch höhere Temperaturen kaum verzeihen. Die Anbauhöhe der Arabicapflanze ist mit 900 bis 2.000 Metern auch deutlich höher. So kann man sich leicht ausrechnen, dass der Anbau von Arabica durchaus anspruchsvoller und aufwendiger ist als der von Robusta.
Die Pflanzen unterscheiden sich aber nicht nur in ihren Standortvorlieben, sondern auch vor allem in ihrem Erscheinungsbild. So kann Canophora (Robusta) bis zu zehn Meter hoch wachsen, wohingegen Arabica bis maximal acht Meter gedeiht, bis sie voll ausgewachsen ist.

Die Unterschiede noch mal in der Übersicht

  • Robusta hat einen höheren Koffein- und Säuregehalt als Arabica.
  • Arabica wird in 900 bis 2.000 Metern Höhe angebaut und verträgt „nur“ 15 bis 25 Grad Celsius.
  •  Robusta wird in 200 bis 300 Metern Höhe angebaut und verträgt bis zu 36 Grad Celsius.
  • Arabica wächst bis zu maximal acht Meter, während Robusta bis zu zehn Meter hoch wachsen kann.
  • Im Aussehen unterscheiden sich die Bohnen deutlich: Arabica ist größer und oval geformt, während Robusta kleiner ist und eine eher runde Form hat.
  • Arabica macht weltweit fast 70 Prozent des Kaffeeanbaus aus.
  • Robusta macht etwa 30 Prozent weltweiten Handels aus.

 

Robusta vs. Arabica – der Unterschied liegt auch im Geschmack

Wie bereits erwähnt, bildet Arabica deutlich mehr Aromen und somit ein anspruchsvolleres Geschmacksprofil aus. Die Noten reichen hierbei von schokoladig über nussig bis hin zu erdig oder auch fruchtig. Wobei dies nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Geschmacksprofil ist. Eine ausführliche Auflistungen der unterschiedlichen Geschmacksprofile kann man dem Coffee Tasters Flavour Wheel von der Specialty Coffee Association of America (SCAA) entnehmen.

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Robusta ist durch ihr etwas strengeres Geschmacksprofil in Italien und osteuropäischen Ländern sehr beliebt und so sind Kaffees mit einem Robusta-Anteil von 100 Prozent dort keine Seltenheit. In Deutschland jedoch sind reine Robusta-Kaffees kaum vorzufinden.

Aber wie immer gilt: Kaffeegenießer haben unterschiedliche Geschmacksempfindungen und Vorlieben und so sollte man sich am besten sein eigenes Bild machen, welche Mischung und welches Mischungsverhältnis für einen selbst am besten passt.

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Die geschmacklichen Unterschiede im Überblick

  • Arabica bildet weit mehr geschmackliche Profile aus als Robusta.
  • Arabica ist magenverträglicher, da sie einen geringeren Chlorogensäuregehalt aufweist als Robusta.
  • Robusta schmeckt etwas strenger und durch den höheren Säuregehalt auch bitterer.
  • Robusta ist gerade wegen des speziellen Geschmacks in Italien und in Osteuropa sehr beliebt, daher weisen Mischungen in diesen Ländern häufig einen höheren Anteil an Robusta auf als hierzulande.