Filterkaffee mit dem Dripper

Filterkaffee mit dem Handfilter/Dripper

Die Geschichte des Kaffeefilters

Die Kaffeezubereitung mit dem Handfilter ist ein echter Klassiker, der schon bei unseren Großeltern zur Anwendung kam. Auch immer mehr Barista setzen inzwischen wieder auf den bewährten Handaufguss, denn beim Filtern von Hand hat man mehr Einfluss auf die Zubereitung und somit den Geschmack. Neben Dauerfiltern aus Metall oder Porzellan gibt es auch Einwegfilter, die aus speziellem Filterpapier gefertigt sind.  Nachdem Kaffee ursprünglich zubereitet wurde, indem man Wasser mit dem Kaffeepulver zusammen aufkochte und das Getränk anschließend dekantierte oder durch ein Sieb goss, ging man im 18. Jahrhundert dazu über, das Kaffeepulver in einen mit Leinen oder Löschpapier ausgelegten Filter zu geben, mit Wasser zu übergießen und das Kaffeegetränk in einer Kanne aufzufangen. Das ging schneller und war auch weniger umständlich. 

Im Jahr 1908 veränderte dann eine Erfindung aus Deutschland die Zubereitung von Filterkaffee entscheidend: Melitta Bentz, Tochter eines Buchhändlers aus Dresden, benutzte Löschblätter aus den Schulheften ihrer Söhne, die sie in eine am Boden durchlöcherte Konservendose legte, um Kaffee zu filtern. Der Kaffeefilter war geboren. In ihrem Freundeskreis stieß Melitta Bentz’ Idee auf so große Begeisterung, dass sie beschloss, diese zu vermarkten und den Filter 1908 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin in die Gebrauchsmusterrolle eintragen ließ. Gemeinsam mit ihrem Mann gründet Melitta Bentz noch im  selben Jahr ein eigenes Unternehmen. Inzwischen hat die Melitta Unternehmensgruppe Bentz KG mit Sitz im ostwestfälischen Minden mehr als 3.5000 Mitarbeiter. 

Kaffee ganz ohne Druck

Die Handfiltration liegt wieder im Trend. Und Kaffee, der nach dieser Methode zubereitet wurde, ist eine echte Alternative zu dem kleinen Schwarzen aus der Espressomaschine. Beim Handfiltern lösen sich weniger Bitterstoffe aus dem Kaffeepulver und die Aromen können sich optimal entfalten. Übrigens heißt es auch, dass durch einen Papierfilter Kaffeefette auf dem Pulver herausgefiltert werden, was sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken soll.

Um Kaffee von Hand zu filtern, braucht man – neben Wasser, Kaffeepulver und Filtertüte – auch einen Kaffeefilterhalter. Diese gibt es u.a. aus Kunststoff, Porzellan, Glas, Edelstahl und Kupfer. Natürlich gibt es auch Dauerfilter, die ganz ohne Filtertüten auskommen.

Übrigens: Eine große Auswahl an passenden Handfilter findest du auch bei uns. So kannst du diese Anleitung direkt ausprobieren.

Handfilter und Dripper

Im Folgenden erklären wir, wie sich von Hand wohlschmeckender Kaffee filtern lässt. 

Filterkaffee zubereiten – so geht’s!

Schritt 1: Kaffee mahlen

Wer auch beim Handaufguss den vollen Kaffeegenuss wünscht, sollte auf ganze Bohnen setzen: Da gemahlener Kaffee schnell sein Aroma verliert, empfiehlt es sich, die Bohnen für den Filterkaffee frisch zu mahlen. Damit sich der Geschmack voll entfalten kann, eignet sich für die Handfiltration ein mittelfeiner Mahlgrad am besten. Dieser sorgt dafür, dass das Wasser später gleichmäßig und nicht zu schnell durch den Filter läuft. Grundsätzlich gilt hier: Je gröber der Mahlgrad, desto dünner der Kaffee. Sind die Bohnen aber wiederum zu fein gemahlen, wird der Kaffee zu stark. 

Für 125 Milliliter Kaffee werden etwa sieben bis acht Gramm Kaffeemehl benötigt – das entspricht etwa einem Esslöffel.

Schritt 2: Filter vorbreiten

Während Wasser im Wasserkocher zum Kochen gebracht wird, kann die Zeit genutzt werden, um den Filter vorzubereiten. Dazu eine Filtertüte entlang der Doppelnaht falten und in den Filterhalter einsetzen. Durch das Falten sitzt die Tüte perfekt im Halter. Diesen nun auf eine Tasse oder eine Kanne setzen und heißes Wasser langsam über den Filter gießen, um das Papier anzufeuchten und den teilweise starken Papiergeschmack auszuwaschen. So kommen außerdem beim Filtern später mehr Aromen durch und ganz nebenbei werden so auch Tasse oder Kanne angewärmt! 

 

Schritt 3: Kaffee quellen lassen

Bevor das Kaffeepulver in den Filter gegeben wird, das zuvor in Tasse oder Kanne eingegossene, heiße Wasser ausleeren. Beim Befüllen darauf achten, dass eine möglichst gleichmäßige Fläche entsteht. Nach dem Aufkochen das Wasser etwa zwei Minuten abkühlen lassen – so hat es die optimale Temperatur. Nun das Wasser so in den Filter gießen, dass es das Kaffeepulver bedeckt. Der Kaffee braucht jetzt etwa 30 Sekunden, um aufzuquellen. 

Schritt 4: Filtern

Nach dem Aufquellen das restliche Wasser in kreisenden Bewegungen von außen nach innen nachfüllen, sodass das Kaffeemehl gleichmäßig befeuchtet ist. So wird das gesamte Pulver vom Wasser erreicht, der Kaffee steigt im Filter auf und die Poren der Filtertüte können sich öffnen. Tipp: Wer seinen Kaffee milder mag, gießt die gesamte Wassermenge auf einmal in den Filter, für kräftigeren Kaffee einfach das Wasser Schwall für Schwall nachgießen und zwischendrin ablaufen lassen. 

Schritt 5: Genießen

Ist das gesamte Wasser abgelaufen, ist es Zeit zum Genießen. Der handgefilterte Kaffee sollte möglichst gleich getrunken werden, denn beim Warmhalten in Thermoskannen oder auf Warmhalteplatten entwickeln sich Bitterstoffe.  Es lohnt sich also, lieber weniger Kaffee, diesen aber dafür immer frisch aufzubrühen, als zu große Mengen auf einmal zuzubereiten.

Schritt 6: Reinigen

Wer eine Filtertüte aus Papier verwendet, kann diese samt des Kaffeesatzes in den Biomüll entsorgen. Wer das Kaffeemehl nicht einfach in den Müll geben will, findet hier Tipps zum Recyceln und Wiederverwenden . Die meisten Filteraufsätze sind spülmaschinengeeignet, doch sollte dies individuell überprüft werden.  

Weitere Zubereitungsmethoden sind unter dem Menüpunkt Kaffeezubereitung ausführlich erklärt. 

Weitere Methoden deinen Kaffee zuzubereiten