Espressozubereitung mit dem Espressokocher

Espresso zu Hause wie im Café genießen

Der achteckige Expressokocher ist ein echter Klassiker, den man nicht nur in italienischen Haushalten findet. Von Italien aus trat diese spezielle Kanne ihren Siegeszug um die Welt an. Der italienische Erfinder Alfonso Bialetti entwickelte 1933 mit der komplett aus Aluminium gefertigten Moka Express die erste Espressokanne für den privaten Gebrauch. Seine Idee war es, Espresso nicht unter hohem Druck, sondern mittels geringem Dampfdruck herzustellen und so mit wenig Aufwand auch zu Hause in den Genuss eines Espressos wie in einem Café zu kommen – „in casa un espresso come al bar“ eben.

Seine Kanne, die sich im Design an klassischen italienischen Kaffeemaschinen orientiert, verkaufte Bialetti persönlich u.a. an Marktständen. Später meldet sein Sohn ein Patent dafür an, übernahm die professionelle Vermarktung und verhalf dem Espressokocher so zu Weltruhm. Bis heute blieb das Design der Kanne nahezu unverändert. Es gibt sie allerdings inzwischen nicht mehr nur aus Aluminium, sondern auch aus Edelstahl. Zudem sind verschiedene Größen erhältlich, die nach italienischem Standard in Tassen, z.B. zwei, vier oder sechs, klassifiziert werden. Ein solcher Espressokocher findet sich übrigens in fast 90 Prozent aller italienischen Haushalte, was Bilalettis Erfindung sogar einen Eintrag im Guinessbuch der Rekorde bescherte!

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Wie funktioniert der Espressokocher?

Die Funktionsweise der Herdkanne nach italienischem Vorbild basiert auf dem Percolator-Prinzip. Die Perkolation ist ein Prozess, den man vor allem aus der Hydrologie kennt. Sie beschreibt das Durchfließen von Wasser durch ein festes Substrat, in unserem Falle das Kaffeemehl. Bei der Espressozubereitung steigt das Wasser beim Erhitzen durch ein Metallröhrchen nach oben, durchsickert das Kaffeepulver und löst dabei die Aromen. Bei dieser Art der Zubereitung entsteht ein „gurgelndes“ Geräusch, das typisch ist für die italienischen Espressokocher und schon beim Warten auf das wohlschmeckende Heißgetränk Vorfreude aufkommen lässt. Dabei verleihen die Espressokannen dem Kaffee einen weitaus intensiveren Geschmack als z.B. Filtergeräte.

Im Folgenden erklären wir, wie sich mit einer Espressokanne wohlschmeckender Espresso zubereiten lässt. 

Kaffeezubereitung mit dem Espressokocher – so geht’s!

Schritt 1: Kanne vorbereiten

Zunächst einmal muss die Espressokanne auseinandergeschraubt und der Filter herausgenommen werden.

Schritt 2: Wasser erwärmen

Bevor es nun mit der Espressozubereitung in der Herdkanne losgeht, sollte das Wasser erhitzt werden, z.B. im Wasserkocher. Das warme Wasser nun bis zum unteren Rand des Überdruckventils in das Kannenunterteil füllen, wobei dieses nun automatisch vorgewärmt wird. Dieser Schritt zahlt später auf den Geschmack des Espressos ein! Denn das Metall der Kanne erhitzt sich auf dem Herd sehr stark. Wasser und Kanne vorzuwärmen, verhindert, dass der Espresso durch den starken Temperaturunterschied während des Brühvorgangs bitter wird und einen metallischen Geschmack annimmt. Auch dem Anbrennen des Getränks kann so entgegengewirkt werden.

Schritt 3: Kaffee mahlen

Für die Zubereitung in der Herdkanne eignen sich nicht nur Espressobohnen, sondern auch mittlere und starke Röstungen. Um in den Genuss des vollen Kaffeearomas zu kommen, empfiehlt es sich auch hier, die Bohnen frisch zu mahlen. Für die Zubereitung im Espressokocher sollte der Mahlgrad des Kaffeepulvers ein wenig gröber als bei der Zubereitung in der Siebträgermaschine sein, und zwar in etwa so fein wie Speisesalz.

Schritt 4: Filter füllen

Nun wird der Trichter auf das mit Wasser gefüllte Unterteil der Kanne gesetzt und das Kaffeepulver kommt in den Filter. Ein Teelöffel reicht dabei etwa für eine Tasse. Nun das Pulver leicht mit dem Finger, auf keinen Fall aber mit einem Espresso-Tamper zusammendrücken. Wichtig ist, den Filter nicht zu voll zu machen, da ansonsten die Kanne verstopfen und das Wasser das Kaffeemehl nicht durchsickern kann. Ist der Filter befüllt, wird der obere Teil der Kanne aufgeschraubt.  Vorher sollten unbedingt eventuelle Pulverreste vom Rand des Filters entfernt werden, da sie sonst einbrennen und unschöne Flecken hinterlassen können, die man nur schwer wieder wegbekommt.

Schritt 5: Kochen

Jetzt kommt die Kanne auf den Herd. Bei mittlerer Hitze wird das Ganze nun erwärmt. Zu hohe Temperaturen verbrennen den Kaffee und machen ihn bitter. Ein Gasherd eignet sich für diese Art der Kaffeezubereitung übrigens perfekt, es funktioniert aber natürlich auch auf anderen Herden. Es empfiehlt sich, während des Erhitzens in der Nähe zu bleiben, denn beim nächsten Schritt kommt es auf das Timing an!

Schritt 6: Vom Herd nehmen

Das nach oben tretende Wasser sorgt für das typische „Gurgelgeräusch“ – ein Zeichen dafür, dass alles Wasser durch das Kaffeemehl gepresst wurde. Sobald sich ein stetiger Strahl ergibt, sollte man die Kanne vom Herd nehmen und den unteren Teil  der Kanne kurz unter kaltes Wasser halten. So wird die Extraktion gestoppt. Die Resthitze genügt, um das Wasser nach oben zu drücken. 

 Schritt 7: Genießen

Sobald kein Kaffee mehr aus dem Steigrohr läuft, kann das Getränk in vorgewärmte Tassen gegossen und genossen werden. Kleiner Tipp: Rührt man den Kaffee vor dem Eingießen kurz um und verteilt ihn anschließend abwechselnd in kleinen Mengen auf die Tassen, hat jede Portion etwa dieselbe Stärke und denselben Geschmack. 

Schritt 8: Reinigen

Der Espressokocher sollte erst gereinigt werden, wenn er vollständig abgekühlt ist. Zunächst die Kanne aufschrauben und das Kaffeemehl entfernen. Wer dieses nicht einfach in den Müll geben will, findet hier Tipps zum Recyceln und Wiederverwenden . Anschließend die Kanne mit Wasser spülen und am besten auf Reinigungsmittel verzichten. Vor dem Zusammenschrauben sollten alle Teile komplett getrocknet sein. Eventuelle Kalkrückstände im Wasserbehälter entfernt man am besten in regelmäßigen Abständen mit Essig, der allerdings nicht mit der Gummidichtung in Berührung kommen sollte.